Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei

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Die Vernehmung bei der Polizei

 

In diesem Beitrag werden wichtige Fragen erörtert, die sich stellen, wenn Sie als Beschuldigter zu einer Vernehmung bei der Polizei geladen werden.

 

 

„Ich habe eine Vorladung zur Vernehmung bei der Polizei bekommen.

Muss ich hingehen?“

 

Nein, Sie müssen der polizeilichen Ladung keine Folge leisten.

 

Egal ob als Beschuldigter oder als Zeuge, Sie haben keine Verpflichtung, zu einer Vernehmung bei der Polizei zu erscheinen.

 

Anders ist es, wenn Sie zu einer richterlichen Vernehmung oder zu einer Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft geladen werden. Hier müssen Sie erscheinen. Aber auch hier steht Ihnen als Beschuldigter selbstverständlich das Recht zur Verweigerung der Aussage zu. Im Zweifel sollten Sie hiervon Gebrauch machen und schweigen.

 

In jedem Fall sollten Sie aber als Beschuldigter noch vor einer Vernehmung von Ihrem Recht, einen Verteidiger zu befragen, Gebrauch machen.

 

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„Ich wurde von der Polizei als Beschuldigter angeschrieben. Möglicherweise handelt es sich ja bloß um ein Missverständnis, das sich schnell ausräumen lässt. Sollte ich also hingehen?“

 

Sie sollten nicht hingehen, jedenfalls nicht bevor Sie den Rat eines Strafverteidigers eingeholt haben.

 

Es sind mehrere Gründe, die dagegen sprechen, sich bei der Polizei vernehmen zu lassen. Am schwersten wiegt Ihr Informationsdefizit. Sie haben weder detaillierte Informationen über den Ihnen zur Last gelegten Tatvorwurf noch über die seitens der Polizei gegen Sie bereits zusammengetragenen Beweise und Indizien. In dieser Situation laufen Sie Gefahr, durch Ihre Aussage ungewollt und unbemerkt weitere Belastungsmomente gegen sich zu erzeugen. Zudem müssen Sie mit einer gewissen Skepsis des Vernehmungsbeamten Ihnen gegenüber rechnen. Zwar sind die allermeisten Polizeibeamten um Unvoreingenommenheit bemüht, gleichwohl sind sie — in der Regel unbewusst — häufig aufgrund einer belastenden Zeugenaussage oder anderer Beweise bereits negativ vorgeprägt. Hieraus resultiert die Gefahr, dass belastende Umstände stärker wahrgenommen werden als entlastende. Im schlimmsten Fall kommen die Entlastungsmomente Ihrer Aussage überhaupt nicht zur Geltung, sondern lediglich die Umstände, die mit dem ohnehin bereits bestehenden Verdacht in Einklang zu bringen sind.

 

Schalten Sie lieber direkt einen Verteidiger ein. Dieser wird das vorhandene Informationsdefizit durch Akteneinsicht kompensieren und Ihnen dabei helfen, die vorhandenen Entlastungsmomente optimal zu Geltung bringen.

 

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„Lasse ich denn nicht eine Chance ungenutzt verstreichen, wenn ich mich nicht vernehmen lasse?“

 

Nein, soweit die Abgabe einer Erklärung für Ihre Verteidigung sinnvoll ist, kann sie jederzeit, auch durch einen Verteidigerschriftsatz, nachgeholt werden.

 

Sie brauchen nicht zu befürchten, dass Ihnen die Gelegenheit zur Abgabe einer entlastenden Erklärung abhanden kommt, nur weil Sie nicht bei der Polizei erscheinen. Demgegenüber ist die Gefahr, sich durch eine vorschnelle Aussage zusätzlich zu belasten, jedoch gravierend. Holen Sie sich besser professionellen Rat von einem Anwalt für Strafrecht. Dieser wird Sie ausführlich darüber beraten, ob eine Einlassung sinnvoll ist und in welcher Form diese in Ihrem konkreten Fall am geeignetsten zur erfolgen hat. Häufig ist es im Ermittlungsverfahren sinnvoller, eine schriftliche Stellungnahme über einen Verteidiger abzugeben als sich selbst bei der Polizei vernehmen zu lassen.

 

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„Ich möchte mich trotz allem gerne bei der Polizei persönlich vernehmen lassen. Kann ich einen Rechtsanwalt mitbringen oder hinzuziehen?“

 

Das sollten Sie auf jeden Fall tun, in der Regel wird es auch möglich sein.

 

Zwar gibt es kein ausdrückliches Anwesenheitsrecht des Verteidigers bei einer polizeilichen Vernehmung, andererseits haben Sie aber das Recht, jederzeit, also auch während einer polizeilichen Vernehmung, einen Verteidiger Ihrer Wahl zu befragen. Dies ist in aller Regel auch den Polizeibeamten bewusst, so dass sie die Anwesenheit eines Rechtsanwaltes häufig auch gestatten. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, sollten Sie gar nicht erst zur Vernehmung erscheinen oder diese jedenfalls sofort abbrechen.

 

Keinesfalls sollten Sie sich von einem Beamten einreden lassen, Sie bräuchten doch gar keinen Anwalt oder nur jemand, der schuldig sei, verlange einen Strafverteidiger.

 

Zum einen ist das Unsinn und zum anderen ist es auch weder Aufgabe noch Anliegen der Polizeibeamten, Ihnen nützliche Ratschläge zu erteilen. Bestreben der Polizei ist es allein, einen Tatverdächtigen zu ermitteln.

 

Vertrauen Sie in einem Strafverfahren daher unbedingt nur auf den Rat einer einzigen Person, nämlich auf den Rat Ihres Verteidigers!

 

Er ist der Einzige im Strafverfahren, der ausschließlich Ihren Interessen verpflichtet ist.

 

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